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Erwachsene besitzen zwar die Mehrheit aller U-Abos. Im Verhältnis zur Bevölkerung nutzen aber vor allem Jugendliche und Pensionierte dieses Angebot. Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Gemeinden.
03.11.2025
Jede dritte Person im Kanton Basel-Stadt besitzt im Jahresdurchschnitt 2024 ein U-Abo (Umweltschutz-Abonnement). Im Winter ist das U-Abo beliebter, im Sommer weniger. Im Jahresschnitt haben im Kanton Basel-Stadt wohnhafte Personen 57'000 U-Abos. Auf den ersten Blick nutzen Erwachsene das Abo am stärksten: Personen im Alter von 25 bis 64 Jahren halten mehr als die Hälfte aller U-Abos.
Kanton Basel-Stadt
Wird die Zahl der U-Abos jedoch ins Verhältnis zur Bevölkerung gesetzt, zeigt sich ein anderes Bild. Die intensivsten Nutzerinnen und Nutzer sind dann nicht Erwachsene, sondern Jugendliche und Senioren. Der durchschnittliche Anteil der Personen mit U-Abo liegt im Kanton Basel-Stadt bei den Jugendlichen bei 33% und bei den Pensionierten bei 37%, während lediglich ein Viertel der Erwachsenen ein Abo hat. Kinder unter 6 Jahren reisen kostenlos.
Im Kanton Basel-Landschaft ist das U-Abo weniger verbreitet, im Durchschnitt haben 23% der Bevölkerung ein U-Abo. Während der Anteil U-Abos an der Bevölkerung in stadtnahen Gebieten ebenfalls hoch ist, wird der Durchschnitt durch ländliche Gebiete nach unten gedrückt. Den höchsten Anteil mit 33% haben auch hier Jugendliche, während nur 20% der Erwachsenen sowie Seniorinnen und Senioren ein U-Abo besitzen.
Die Werte unterscheiden sich deutlich zwischen den Gemeinden: Je weiter eine Gemeinde von Basel entfernt liegt und je schlechter sie an den öffentlichen Verkehr angebunden ist, desto seltener wird das U-Abo genutzt. In ländlichen Gebieten, insbesondere im Kanton Aargau, ist das U-Abo weniger beliebt. Die niedrigsten Werte finden sich am Rand des TNW-Gebietes, beispielsweise in Schwaderloch und Densbüren.
Neben den regionalen Unterschieden zeigen sich auch Unterschiede zwischen den Altersgruppen. In Nusshof (BL), einer kleinen Gemeinde im Bezirk Sissach, besitzen 86% der Jugendlichen ein U-Abo. Bei den Erwachsenen und Pensionierten liegt Basel mit 27% respektive 38% an der Spitze.
Ein Blick in die vergangenen Jahre zeigt, wie sich die Nutzung entwickelt hat. Langfristige Zahlen verdeutlichen die Auswirkungen der Pandemie: 2018 waren im gesamten Tarifverbund Nordwestschweiz im Schnitt rund 167'000 U-Abos im Umlauf, 2024 sind es rund 147'000. Vor allem bei den Erwachsenen ging die Zahl der U-Abos aufgrund der COVID-19-Pandemie und der veränderten Mobilitätsgewohnheiten markant zurück. Im Jahr 2021 lag die Verbreitung bei nur 129'000 U-Abos.
Gesamtes TNW-Gebiet
Insgesamt wird deutlich: Je nach Alter und Region wird der öffentliche Verkehr unterschiedlich genutzt. Während Erwachsene mehr als die Hälfte aller U-Abos besitzen, ist das Angebot im Verhältnis zur Bevölkerung bei Jugendlichen sowie Pensionierten am beliebtesten. Regional zeigt sich zudem: In städtischen und mit ÖV gut erreichbaren Gebieten ist die Nutzung des U-Abos höher als in peripheren Regionen.
Weitere Auswertungen finden Sie im U-Abo-Dashboard. In der Webapplikation können Sie die Daten interaktiv nach Altersgruppe, Gemeinde und Kanton erkunden.
Die Datenquelle ist der TNW Tarifverbund Nordwestschweiz. Die vollständigen Daten können im kantonalen Datenportal heruntergeladen werden.
U-Abo
Ein Umweltschutz-Abonnement (U-Abo) ermöglicht die uneingeschränkte Nutzung des öffentlichen Verkehrs im Tarifverbund Nordwestschweiz (TNW) sowie im grenznahen Ausland. Es ist als Monats- oder Jahresabo erhältlich.
U-Abos im Umlauf
Für die Auswertung wird ein Jahresabo als 12 Monatsabos gezählt, da es einem Nutzungszeitraum von zwölf Monaten entspricht. Die Verbreitung des U-Abos variiert je nach Monat. Zur besseren Vergleichbarkeit im Jahresvergleich wird die Gesamtzahl der U-Abo-Monate durch 12 geteilt. Dieser Wert zeigt die Anzahl U-Abos, die im Durchschnitt des Jahresverlaufes gültig waren.
Anteil der Bevölkerung mit U-Abo
Der Anteil der Bevölkerung mit U-Abo zeigt, wie viele U-Abos es im Verhältnis zur ständigen Wohnbevölkerung einer bestimmten Altersgruppe gibt. Dafür wird die U-Abo-Verbreitung durch die ständige Wohnbevölkerung (z.B. einer Gemeinde) dividiert.